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Bauberichte
Optimierung der Heizungseinstellung Drucken
Bauberichte - Innenausbau

Nachdem wir mit unserer Heizung so langsam in den Normalbetrieb gehen, hab ich mich mal mit den ganzen Einstellmöglichkeiten befasst. Der Heizungsmonteur hat hier bereits eine Grundeinstellung vorgenommen. Diese kann aber sicher noch die ein oder andere Optimierung vertragen, damit sie zu unserem Nutzungsverhalten passt.

Die sparsamste Heizung kann nur dann sparsam sein, wenn Sie optimal eingestellt ist und sowohl die Bedürfnisse der Bewohner erfüllt, als auch das sich daraus ergebende maximale Einsparpotential ausnutzt.

 

Hier können eine ganze Menge von Faktoren zusammenkommen die unterschiedliche Einstellungen zur Folge haben können, z.B. keine morgendliche Warmwasseraufheizung auf einen hohen Temperaturwert, da die Bewohner im Regelfall Abends duschen und die Solaranlage bis dahin wirken kann.

 

Moderne Anlagen bieten eine Fülle von Einstellmöglichkeiten und Anpassungen. Aufpassen muss man aber, dass man aus den ganzen Reglern kein System aufbaut, dass eine selbst Aufschwingende Charakteristik hat. Bzw. es soll verhindert werden, dass der Brenner ständig an und aus geht. Die Flexibilität geht im übrigen nicht verloren. Moderne Heizsysteme haben im Regelfall Steurungen, die ein Verlassen des eingestellten optimierten Modus per Knopfdruck ermöglichen.

 

Benötigen wir z. B. spontan Warmwasser, dann müssen wir nur ein Knöpfchen drücken und der Speicher wird aufgeheizt. Das sollte schon sein, da man sich sonst den Systemen zu stark unterwirft.

 

Im Folgenden mal der Versuch einer Optimierung unter Berücksichtigung der bei uns eingesetzten Komponenten und unserem Nutzungsverhalten. Natürlich ist dies keine allgemeingültige Optimierung und der Nachweis einer Einsparung steht bei uns auch noch aus. Die Einstellungen beruhen rein auf persönlicher Einschätzung und müssen sich in der Praxis noch beweisen.

 

An Hardware haben wir eingebaut:

- Wolf Gasbrennwerttherme (Kombitherme)

- Bedienmodul BM mit Außenfühler (Als Fernbedienung in der Ankleide montiert)

- Solaranlage mit 5,4m² für die Brauchwassererwärmung

- Verbrühschutz (Wichtig für maximale Speichertemperaturen)

- Komplette Heizabgabe über Fussbodenheizung

- Einzelraumthermostate, die die Ventile der Heizkreise steuern

- Speicher mit 300 Litern


Den folgenden Anpassungen liegt die Bedienungsanleitung der einzelnen Komponenten zu Grunde - insbesondere die des Bedienmoduls BM Download


Die Tagtemperatur

Hier muss man sich zunächst mal über die perönlichen Bedürfnisse klar werden. Je nachdem wie verfroren einzelne Familienmitglieder sind wird man sich hier wohl irgendwie zwischen 18°C und 22°C aufhalten. Den ENEV Berechnungen zum Energieausweis liegt übrigends immer eine Temperatur von 19°C zugrunde. Wir versuchen es auch einfach mal mit 19°C. Wenn es uns zu kalt wird dann ist das ja mit einem Knopfdruck geändert.

Die Nachttemperatur

Nachts müssen die Räume ja weniger beheizt werden da der Körper zum einen bei kältere Luft angeblich besser schläft und zudem man ja im Normalfall eine Decke besitzt. Schwitzen will man ja auch nicht. Hier wählen wir mal 16°C.

Die Heizkurve

Die Heizkurve gibt den Zusammenhang zwischen Außentemperatur und der für die Erwärmung notwendigen Vorlauftemperatur an. Der Faktor dieser Kurve hängt von mehreren Faktoren ab. Z. b. Gebäudedämmung und Art der Heizkörper. Bisher hatten wir hier 0,8 eingestellt. Der Hersteller gibt für die Vorraussetzungen "Gute Wärmedämmung" und "Fussbodenheizung" eine etwas flachere Kurve von 0,4 an. Wir werden es mal mit den 0,4 probieren. Ich denke aber dass eine etwas steilere Kurve besser funktioniert da ich dann die Räume nach dem Lüften auch schneller wieder aufheizen.

Der korrekte Faktor lässt sich auch experimentell finden indem man bei Temperaturen (vorzugsweise unter 0°C) den Wert so lange nach unten korrigiert bis die gewünschte Raumtemperatur gerade noch erreicht wird. Dabei müssen alle Heizventile geöffnet sein.

Das hat dann natürlich zur Folge dass über die Einzelraumthermostate nur die maximal erreichbare Temperatur erzeugt werden kann. Eine Temperaturveränderung kann mit den Thermostaten also nur kleiner als der max Wert erreicht werden.

 

Winter/Sommer Umschaltung

Die Winter/Sommer Umschaltung berechnet über den Aussentemperaturfühler einen gemittelten Temperaturwert über einen gewählten Zeitraum. Liegt der berechnete Wert unter der Einstellung wird die Heizung eingeschaltet - ansonsten ausgeschaltet bzw. verbleibt im Zustand.

Hier müssen wir mal experimentieren. Wir wählen mal 19°C und 3h. Ggf. Müssen wir hier nochmal nachstellen.

ECO/ABS

Die Funktion hat eine ähnliche Funktionsweise wie die Sommer / Winterabschaltung. allerdings ist Sie nur im Absenkbetrieb aktiv. Liegt der gemittelte Temperaturwert über dem voreingestellten Wert wird die Heizung ausgeschaltet. Darüber wird Sie in den Absenkbetrieb geschaltet. Die Funktion soll verhindern dass sich die Heizung auch in warmen Nächten einschaltet. Wir wählen hier 10°C und 3h als Zeiteinstellung.

Raumeinfluss

Diese Funktion kann die Heizkuve zusätzlich anhand der Ist Temperatur in einem Raum verändern (Z. b. bei Sonneneinstrahlung) und ist nur möglich wenn das Bedienmodul als Fernbedienung betrieben wird. Da das Modu bei uns in einem nicht repräsentativen Raum hängt (Ankleide) und wir zudem über Einzelraumthermostate verfügen bleibt die Funktion ausgeschaltet.

Zeiteinstellungen

Die Zeiten für Warmwasser und Heizung lassen sich zudem programieren. So muss beispielweise bei Abwesenheit über Tag die eingestellte Tagtemperatur nicht unbedingt gehalten werden. Das gleiche gilt für Warmwasser. Wir versuchen es zunächst mal mit dem Basis-Vorschlagsprogramm der Heizung. Je nachdem wie unser Nutzungsverhalten ausfällt kann man das auch immer mal wieder abändern.

Warmwasser Temperatur

Die Warmwasser Temperatur stellen wir mal auf einen relativ niedrigen Wert von 45°C ein. Die Gefahr der Leginellenbildung ist im Privathaushalt eigentlich nicht gegeben da der Wasserdurchsatz bei normaler Hygiene groß genug ist. Zusätzlich heizt die Solaranlage regelmäßig das Wasser weit über diesen Wert auf. Das müssen wir im Winter aber nochmal beobachten. Wenn wir mal länger weg waren und zudem die Sonneneinstrahlung gering war dann werden wir hin und wieder manuell aufheizen. Die Legionellenschutzfunktion bleibt aber zunächst ausgeschaltet.

Solaranlage

Hier müssen wir nochmal schauen. Geplant ist die so einzustellen dass der Maximalwert für die Aufheizung bei 65°C liegt.

Momentan haben wir noch Speichertemeraturen bis 85°C. Das ist zwar Energiesparend aber es fällt unter Umständen zuviel Kalk aus dem Wasser aus. Die Anode kann vor Kalk auch nicht schützen. Wir haben zwar weiches Wasser aber hier gehen wir erstmal kein Risiko ein.

Bei sonnigen Tagen arbeitet die Anlage also kaum. Das Wasser wird duch die Sonne ruck zuck aufgeheizt und dann schaltet sich das Modul auch schon ab. Bestätigt im übrigen meine Einschätzung dass Solarkollektoren ein Nullsummenspiel sind.

 

Raumthermostate

Hier kann man auch wieder viel experimentieren. - Wir probieren mal

Wohn/Ess/Küchenzimmer 19-20° (So genau kann man das dort auch gar nicht einstellen)

Badezimmer 19-20°

Flure 18°C

Hauswirtschaftsraum 18°C

Schlafzimmer 16°C

Nicht genutzte Räume 12-16°C


Funktionieren wir das natürlich nur zu einem gewissen Prozentsatz, weil die Innentüren natürlich nicht so gedämmt sind wie die Wände etc. Wir wollen uns auch keinen Schimmel oder ähnliches einfangen.

 

Jetzt sind wir mal gespannt, was wir da an Gas verbrauchen. Ich werde am Anfang mal die einzelnen Monate in eine Tabelle eintragen, damit wir einen reellen Wert bekommen. Dann läßt sich auch endgültig sagen, wie energiesparend unser Haus ist.

 

 

 


 

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