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Bauberichte
Bodentief gefliest oder bodentiefe Duschwanne ? Drucken
Bauberichte - Nach Vertragsunterzeichnung bis Baugenehmigung

kieselflieseEigentlich hatten wir ja geplant in unserem Bad die Dusche bodentief/bodengleich zu fliesen. Das ganze mit dunklen Naturkieseln. Neben dem optischen auch ein fußgefühltechnisches Highlight.

Doch ein Telefonat mit unserem Hausbauer hat für begründete Ernüchterung gesorgt. Aber gut dass man drauf aufmerksam gemacht hat. Das Problem an dieser Art des Bodenbelags kann nämlich die schlechtere Abdichtung werden. Das passiert zwar erst zig Jahre später, aber der Wasserschaden kann sich dann schön unbemerkt ausbreiten.

Es gibt bei dieser Form der Duschbodengestaltung nämlich keine definierte Abdichtungsebene, wie bei einer Duschwanne. Bei der ist die Abdichtung relativ eindeutig zu kontrollieren. Die einzige Stelle die undicht werden kann ist nämlich die Silikonfuge rundrum. Die lässt sich auch einfach überwachen. Bei den Kieseln ist es da schon schwieriger. Ob die Fugen undicht sind kann man nämlich normalerweise nicht erkennen. Darunter gibt es dann nur noch die Epoxyd Flüssigabdichtung. Die kann man auch nicht kontrollieren. So kann Wasser mit der Zeit schön in die Unterkonstruktion einsickern und unbemerkt einen erheblichen Bauschaden verursachen. Ein weiterer Nachteil ist die schlechtere Reinigungsmöglichkeit der Kiesel (Gut, das war uns von Anfang an klar).

Ein bisschen Googlen hat dann zu der Entscheidung gegen Kiesel geführt. Siehe auch Tüv Bericht. Wäre aber schon schön gewesen.

Da wir bodentief bleiben wollten gibts jetzt eine bodengleiche Duschwanne.

bodentiefe Duschwanne

 

JOERG24 BLOG - Bautagebuch / Baubericht / Baublog © Jörg Walter 2009

 

 

Kommentare  

 
#5 Administrator 2009-10-19 09:33
Ja da stimme ich zu.
Beide Varianten sind ja umsetzbar. Im Nachhinein bin ich froh über die Stahlwanne, da sie ja ebenfalls bodentief ist und sich sehr gut sauberhalten lässt.

Diesbezüglich hatte uns das Fliesen Fachgeschäft im Bezug auf Kiesel auch vorgewarnt. Offenbar gabs da schon ein paar Probleme.
Das mit dem eingebrannten Rutschschutz ist auch sehr angenehm und der Einbau für den Selberbauer ein bisschen risikoloser.

Allerdings soll der Beitrag auch keine Werbung für diese Stahlwanne sein.
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#4 Jörg Kempf 2009-10-19 09:10
Hallo Herr Walter,
"jahrzehntelang" heißt in diesem Falle für die gesamte "Lebensdauer" des Bades. Die Abdichtung ist im Grunde keinerlei mechanischer Beanspruchung ausgesetzt. Sie wird auch nicht mit der Zeit spröde oder rissig oder ähnliches. Eine fachgerecht eingebrachte Abdichtung im Verbund mit keramischen Belägen muss weder ständig kontrolliert noch irgendwann erneuert werden. Die vorgefertigten "fliesbaren Duschwannenkörper" sind so ausgebildet, dass nach menschlichem Ermessen keine Schäden auftreten, wenn den Einbaurichtlinien Genüge getan wurde. Mir ist aus der Praxis keine einziger Fall bekannt, wo man bei der Ausführung alles richtig gemacht hat und trotzdem Schäden aufgetreten sind. Bäder im Wohnungsbau sind ja auch nicht in dem selben Maße beansprucht wie z.B. Schwimmbadduschen. Wenn sie keinen Fußbodeneinlauf haben, gelten sie nicht einmal als Nassraum. Ich kann nur sagen: Wenn man weiß wie, geht am Bau eine ganze Menge.8)
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#3 Administrator 2009-10-18 17:34
Ich stimme Ihnen in einigen Punkten zu. Insbesondere beim Einsatz von fertigen Elementen ist wohl eine vergleichbare Dichtigkeit zu erreichen. Insgesamt ist mir die Lösung mittels Stahl Wanne doch lieber.
Die Aussage im Tüv Bericht ist tatsächlich irreführend. Damit ist wohl gemeint dass die Unterkonstruktion (Der Aufnahmerahmen) mit einem Kriechwasserabführun gs System so ausgestattet ist dass auch bei defekten Randfugen keine Probleme auftreten.

Das eine sorgfältige Verbundabdichtung über Jahre keine Probleme macht sehe ich auch so. Allerdings bleibt das Problem dass die Dichtigkeit dieser Ebene später nicht kontrolliert werden kann. Gibt es hier eine Regel Empfehlung nach wie vielen Jahren eine Verbundabdichtung erneuert werden sollte.
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#2 Jörg Kempf 2009-10-18 14:04
Kleiner Nachtrag: Im erwähnten Beitrag der "Baulinks" ist u.a. zu lesen: "Zudem können die Fliesenfugen mit der Zeit undicht werden." und weiter: "Die wasserdichte Lösung schließt zudem Feuchtigkeits- und Bauschäden durch defekte Silikonfugen vollständig aus." Das ist sachlich falsch bzw. mindestens irreführend: Silikonfugen und Fliesenmörtel sind von vorneherein als undicht zu betrachten. Auch die Fliesen selbst sind wasserdurchlässig! Sie gehören auch nicht zur Abdichtungsebene. Diese liegt nämlich immer unterhalb der Fliesen! Tatsächlich sind solche (Werbe-)texte für bestimmte Produkte stets mit Vorsicht zu genießen. Bei solchen Themen lohnt sich deshalb die fachgerechte Beratung durch einen Fliesenlegermeister und/oder bauerfahrenen Architekten.
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#1 Jörg Kempf 2009-10-18 11:25
Ihre Sorge wegen der mangelnden Dichtigkeit oder erhöhten Schadensanfälligkeit von gefliesten bodengleichen Duschen halte ich für unbegründet. Tatsächlich entsprechen die heute verfügbaren Verbundabdichtungen den allgemein anerkannten Regeln der Technik und sind im sogenannten ZdB-Merkblatt ausführlich beschrieben und geregelt. Die Industrie bietet inzwischen auch eine ganze Reihe von Produkten an, die wie eine Duschwanne absolut dicht sind und dennoch oberseitig mit einem Fliesenbelag nach Wahl versehen werden können.Die Elemente sind mit werkseitig eingebautem Gefälle und Bodeneinläufen ausgestattet. Ich plane und betreue als Architekt seit Jahren Bauvorhaben (auch im Geschosswohnungsbau) , wo schon aus Gründen der Barrierefreiheit bodengleiche Duschen gewünscht sind. Wenn man sich bei der Plaung und Ausführung an die anerkannten Regeln der Bautechnik hält und nicht "pfuscht", kann man jahrzehntelang Freude an einer individuell gefliesten bodengleichen Dusche haben.

MfG
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