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Wir wohnen jetzt schon über ein Jahr in unserem Keitel Haus. Daher erlaube ich mir mal ein erstes Zwischenfazit. Bisher können wir nicht klagen. Es hat sich nachträglich nichts verzogen oder gesetzt. Auch haben wir keine Risse in den Wänden. Das liegt wohl auch an der massiven Rahmenkonstruktion. Etwas was mir ehrlich gesagt auffällt ist das, was nicht da ist. Es hat noch nicht einmal geknackt in den Balken. Das kenne ich sogar von Steinhäusern anders. Der Einsatz von keilverzinktem KVH und Leimbindern scheint da doch erhebliche Vorteile gegenüber normalem Vollholz zu bringen.
Insbesondere am Dachfirst merkt man das. Bei den Nachbarn schaut der Balken aus der Fassade raus und ist so Wind und Wetter ausgesetzt. Bei uns ist dieser innenliegend und somit auch geschützt.
Was sich minimal gesetzt hat sind die Böden. Also der Estrich, der auf dem Isolierschaum liegt. Da würde ich im Nachhinein empfehlen, die Fußleisten erst nach ein paar Wochen zu montieren. Bei uns ist es kein Problem, weil wir ein Stecksystem haben bei dem die Leisten von oben eingesteckt werden, aber wenn man Sie anschraubt, kann das kleinere Probleme geben. Wenn man drüber nachdenkt , ist es aber eigentlich normal, dass das bei Belastung durch Möbel etc noch 2 Millimeter ausmachen kann.
Einen Schaden hatten wir aber auch schon am Haus. Bei dem schweren Sturm im Frühjahr haben wir zwei Ziegel eingebüßt. Allerdings war das in der Nachbarschaft unter Durchschnitt. Das könnte man nur verhindern, indem man spezielle Sturmanker an den Ziegeln montiert. Das muss einem dann aber auch optisch gefallen. Na ja, damit muss man dann wohl leben. Immerhin wissen wir jetzt, dass das Terassenholz einiges aushält. Obwohl die Ziegel da drauf zerplatzt sind, sieht man nix. Hart im Nehmen das Hartholz.
Besonders erfreulich waren die geringen Heizkosten (siehe entsprechender Artikel - zu finden über die Suche). Die meiste Zeit des Jahres schaltet sich die Heizung komplett ab und wir kommen vollständig mit Sonnenenergie aus.
Im Nachhinein war das Bauen des Hauses nicht so schlimm wie erwartet. Der Innenausbau war "relativ" locker zu handhaben. Da haben wir mit den Aussenanlagen wesentlich mehr Arbeit gehabt. Das Wort "Stein" kann ich nicht mehr hören. Überhaupt fallen da unglaublich viele Arbeiten an, von denen später kein Mensch was sieht. Zum Glück hatten wir da die Unterstützung durch den Radlader des Nachbarn. Die zu bewegenden Massen sind definitiv zu viel, um das mit Schippe und Schaufel zu bewältigen. Also zusammenfassend:
Nochmal mit Keitel Haus bauen: JA
Nochmal ein Haus bauen: JA
Nochmal Aussenanlagen selbermachen: Wenn's finanziell möglich ist NEIN
Ich bin aber froh, dass wir soviel selber machen konnten. Ansonsten hätten wir doch deutlich kleiner bauen müssen. Aber eigentlich schafft das jeder, der nicht zwei linke Hände hat. Die meisten Sachen sind gar nicht so schwer wie man denkt. Selbst Fliesen ist eigentlich kein Problem. Das Problem am Selbermachen ist eher der Zeitfaktor als das Ergebnis. Man braucht halt einfach relativ lange. Wenn man sich vorher vernünftig informiert, bekommt man aber fast alles hin. Von kritischen Dingen wie Dächern, Elektrogrundinstallationen etc. sollte man natürlich eher die Finger lassen.
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